Auf den Spuren von Karl Rittmann, ehem. Bürgermeister und NS-Verfolgter aus Freilassing

19. Juli 2026

Stadtrundgang zum 150. Geburtstag

Wer war Karl Rittmann – und welche Spuren hat er in Freilassing hinterlassen? Zum 150. Geburtstag des früheren Bürgermeisters lädt die vhs Rupertiwinkel zu einem besonderen historischen Stadtspaziergang ein.

Karl Rittmann prägte Freilassing als Bürgermeister von 1919 bis 1933 maßgeblich. In seine Amtszeit fallen wichtige kommunale Entwicklungen wie das alte Feuerwehrhaus, das Freibad, das Krankenhaus oder die gemeindliche Sparkasse. Zugleich gehörte er zu den frühen Gegnern des Nationalsozialismus. Nach der Machtübernahme 1933 wurde er mehrfach verhaftet und unter anderem in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm er auf Wunsch der amerikanischen Militärregierung noch einmal kurz das Amt des Bürgermeisters.

Der etwa zweistündige Rundgang führt zu Orten, die eng mit Karl Rittmann und der Geschichte Freilassings verbunden sind. An den einzelnen Stationen vermitteln kurze historische Beiträge spannende Einblicke in die Stadtgeschichte und in das Ringen um Demokratie und Verantwortung. Die Leitung übernimmt Friedbert Mühldorfer von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), der sich seit vielen Jahren intensiv mit der regionalen Zeitgeschichte beschäftigt.

Treffpunkt ist die Wartehalle des Freilassinger Bahnhofs. Den Abschluss bildet eine optionale gemeinsame Einkehr im Gasthaus Schmuggler.

Kostenfreie Anmeldung bei der VHS Rupertiwinkel unter Auf den Spuren von Karl Rittmann – Rupertiwinkel

Gedenkfeier Surberg am 3. Mai 2026

22. April 2026

An diesem Tag genau vor 81 Jahren ermordeten SS-Wachmänner über 60 KZ-Häftlinge bei Lauter in der heutigen Gemeinde Surberg. Aus diesem Anlass findet seit 1985 eine vom Kreisverband Traunstein/Berchtesgadener Land der VVN-BdA organisierte Gedenkfeier im KZ-Friedhof Surtal statt. Beginn ist 13 Uhr. Das Grußwort spricht Landrat Andreas Danzer, die Ansprache hält Albert Knoll, ehem. Archivar der KZ-Gedenkstätte Dachau; Thema: Die Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus.

Die Feier wird musikalisch von Josef und Ina Wölfl begleitet; Schülerinnen und Schüler der F.v.K.-Mittelschule Traunstein tragen Texte vor.

Weitere Hinweise siehe

Erinnerung an die Opfer des NS-Terrors Gottfried Reischl – Johann Winkler – Anton Wagner

12. April 2026

Freitag, 17. April, 17 Uhr, Bad Reichenhall, Poststraße 20

Am 17. April jährt sich zum 90sten Mal der Todestag eines weitgehend unbekannten Gegners des Nationalsozialismus aus Marzoll: Gottfried Reischl. Er wurde angeblich am frühen Morgen des 17. April 1936 tot in der Zelle des Polizeigefängnisses in der Münchner Ettstraße aufgefunden. Vorausgegangen waren tagelange Folterungen durch die Gestapo.

Gottfried Reischl war als Kommunist bald ins Visier der Nazis geraten und wurde schon 1933 nach der Machtübernahme über ein Jahr inhaftiert. Wieder in Reichenhall zurück wollte er aber dem NS-System und der Kriegsvorbereitung nicht tatenlos zusehen und druckte kleine illegale Zettel als Warnung vor Hitler und einem Krieg. Unterstützt wurde er u.a. von Johann Winkler und Anton Wagner. Die Gestapo kam der Gruppe auf die Spur. Johann Winkler und Anton Wagner überstanden die Haft, wurden aber dann in Konzentrationslager eingeliefert, wo sie 1940 bzw. 1942 verstarben.

Die Kreisvereinigung Traunstein/Berchtesgadener Land der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (gegr. 1946) erinnert mit einer kleinen Gedenkveranstaltung an diese drei widerständigen Menschen und lädt dazu herzlich ein.

Kurze Biografien würdigen die drei und andere beteiligte NS-Gegner aus Bad Reichenhall und Traunstein. Die Feier wird musikalisch umrahmt.

Weitere Angaben siehe

Bernau 21. März – Internationaler Tag gegen Rassismus

16. März 2026

Große Kundgebung um 15 Uhr, Im Kurpark Bernau (Pavillon)

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus organisiert das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus Chiemgau“ (AgR) eine Kundgebung unter dem Motto „Laut – Stark – Alle Zusammen“. Mit Musik und Redebeiträgen – darunter Sepp Parzinger von der SPD, Gisela Sengl von den Grünen, Martin Bauhof von der LINKEN und Christian Viefhaus von der VVN-BdA – wird auf den weitverbreiteten Rassismus auch in unserem Land hingewiesen und zum Engagement dagegen ermuntert.

Flyer siehe

Kundgebung gegen AFD-Zentrum in Traunstein am 14. März

12. März 2026

Für Vielfalt und Demokratie – Kein Platz für Rechtsextremismus in Traunstein

Die AFD will ein sogenanntes „Demokratiezentrum“ in der Traunsteiner Scheibenstraße eröffnen. Dagegen richtet sich ein breites Bündnis mit einer Kundgebung am Samstag, 14 März, 13 Uhr, Scheibenstraße 6.

Das Bündnis, initiiert vom DGB, umfasst alle Parteien im Stadtrat Traunstein sowie die Katholische und Evangelische Kirche – unterstützt von vielen Organisationen und Initiativen, u.a. der VVN-BdA. Sie alle befürchten Veranstaltungen und Schulungen der AFD zur weiteren Propagierung ihrer menschen- und demokratiefeindlichen Politik. Dagegen erhebt sich dieser breite Protest.

Aktuell 15.3.: Unerwartet groß war der Ansturm zu diesem Protest gegen die Eröffnung des AFD-Zentrums – über 1500 TeilnehmerInnen hörten die tollen Musikbeiträge und die engagierten Reden des Oberbürgermeisters Dr. Hümmer, der beteiligten Parteien, des DGB, der Kirchen und des Historikers Friedbert Mühldorfer von der VVN-BdA.

81. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar

21. Januar 2026

Stilles Gedenken der VVN-BdA Traunstein/BGL am Stadtplatz Traunstein, 27. Januar 2026, 17 – 17.30 Uhr

Auch heuer erinnert die VVN-BdA mit einem stillen Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz. Dieses Konzentrationslager steht für die menschenverachtende grausame Politik und Ideologie des Naziregimes. Allein in diesem Lager wurden über eine Million Menschen ermordet.

Aus der Pressemeldung der VVN-BdA:

… Mit dem Transparent „Menschlichkeit statt Rassismus“ erinnert die VVN-BdA auch an die Verpflichtung für heute. Dazu gehört das konsequente Vorgehen gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus und anderen Formen von Menschenfeindlichkeit. Gerade Angriffe und Bedrohungen gegenüber Jüdinnen und Juden haben in letzter Zeit in Deutschland bedrohlich zugenommen, aber auch Übergriffe gegenüber Muslime werden immer häufiger.

Vor einigen Jahren formulierte der Präsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Marian Turski: „Wenn heute jemand einen Juden, Bosnier, Türken, Israeli, Palästinenser, Moslem oder Christen oder einen Nichtgläubigen demütigt, ist es, als beginne Auschwitz von Neuem“.

Die gleiche Würde aller Menschen sind Grundlage der Bayerischen Verfassung und des Grundgesetzes. Daran zu erinnern, bleibt gerade heute unser aller Aufgabe. 

„Trotz alledem …“

9. November 2025

Niederlage – Verfolgung – Widerstand. Gewerkschafter und Arbeiterbewegung im Landkreis Traunstein 1933-1945

Vortrag mit Bildern von Friedbert Mühldorfer, Historiker

Mittwoch, 12. November 2025, 18 Uhr, Netzwerkstatt der IG Metall, Traunreut, Kantstraße 11

Mit Vortrag, Bildern und Gespräch informiert die Veranstaltung über die Entwicklung vor Ort in unserem Landkreis: über die Verfolgung von Gewerkschaftern mit dem Machtantritt der Nazis, über die Zerschlagung der Arbeiterbewegung, aber auch über Formen des Widerstandes bis hin zum Neuaufbau der Gewerkschaften nach Kriegsende und Befreiung im Mai 1945.

Weitere Infos siehe Flugblatt

Gedenken an die Pogromnacht 1938 in Traunstein

3. November 2025

Sonntag, 9. November 2025, Beginn 17 Uhr, Stadtpark

Wie jedes Jahr organisieren die Evangelische Dekanatsjugend, der Kreisjugendring und die Lichterkette diese Erinnerung an die Pogromnacht 1938, in der die große jüdische Viehhändlersfamilie Holzer, Rosa Mosbauer sowie Gertrud Raila und ihre Mutter Elisabeth Weiss aus Traunstein vertrieben wurden. Beginn ist um 17 Uhr am Gedenkstein im Stadtpark; mit einer Lichterkette zum Landratsamt wird auch an Rosa Mosbauer erinnert. Den Abschluss bildet der gemeinsame Gang zum Gedenkstein für die ermordeten Mitglieder der Familie Holzer in der Kernstraße. Wie immer unterstützt die VVN-BdA die Veranstaltung.

Bitte Kerzen mitbringen.

Internationale Organisation des Widerstandes gegen die Kriminalisierung des Antifaschismus

2. November 2025

Erklärung der FIR – FÉDÉRATION INTERNATIONALE DES RÉSISTANTS – ASSOCIATION ANTIFASCISTE

Antifaschismus ist weder kriminell noch terroristisch!

Antifaschismus steht für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Frieden.

Das Leitungsgremium der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten, Dachorganisation von Veteranen der Partisanen, Deportierten, Häftlingen der Nazi-Lager, Kämpfern in den Reihen der Anti-Hitler-Koalition, ihren Nachkommen und heutigen Antifaschisten aus 60 Organisationen in 25 europäischen Ländern, Israel und Lateinamerika erinnert an ihre Position gegen alle Bestrebungen, den Antifaschismus zu kriminalisieren.

Donald Trump instrumentalisierte den Mord an dem rechtsextremen Propagandisten Charly Kirk für eine umfassende Repression seiner politischen Gegner. Viktor Orbán, Geert Wilders und die deutsche AfD brandmarken nun ebenfalls die Antifa als terroristische Organisation, um sie zu verbieten und mit staatlicher Gewalt zu unterdrücken. Nach den USA hat auch die ungarische Regierung die Antifa-Bewegung, die gegen den Neonazismus kämpft, per Gesetz als terroristisch eingestuft, anstatt gegen die Gruppen vorzugehen, die die Nazi-Kultur populär machen. Darüber hinaus hat der ungarische Außenminister einen Brief an die Europäische Kommission gerichtet, in dem er die Außenkommissarin Katja Kallas auffordert, Antifa nach dem Vorbild der USA als terroristische Organisation einzustufen.

Gegen diese Bemühungen, die Antifa zum Schweigen zu bringen, haben mehrere Organisationen und Initiativen der Zivilgesellschaft ihre Stimme erhoben. Die FIR ruft alle Demokraten dazu auf, sich den Versuchen zu widersetzen, Antifaschismus zu delegitimieren und zu kriminalisieren.

¡No pasarán!

Präsident
Vilmos Hanti (Ungarn)
Vizepräsidenten
Filippo Giuffrida (Italien)
Dr. Regina Girod (Deutschland)
Generalsekretär
Dr. Ulrich Schneider (Deutschland)
Mitglieder des Ehrenpräsidiums
Dušan Čukić (Serbien) (♱)
Edmond Eycken (Belgien)
Jean Fournier (Frankreich)
Barbara Piotrowska (Polen)
Miklós Pusztai (Ungarn)
Pavol Seckar (Slovakei)
Delfina Tomás (Spanien) (♱)
Christos Tsintzilonis (Griechenland)

Auf den Spuren von Partisaninnen und Partisanen im Salzkammergut

25. Oktober 2025

Fahrt der VVN-BdA zu Stätten von Verfolgung und Widerstand

Das Salzkammergut ist als touristisches Ziel weithin bekannt. Dass auch die Zeit des Nationalsozialismus tiefe Spuren hinterlassen hat, ist leider immer noch eher unbekannt. Deshalb unternahm die Kreisvereinigung Traunstein/Berchtesgadener Land ihre diesjährige Exkursion nach Bad Ischl und Umgebung. Das Salzkammergut mit den Bergwerken hatte eine lange Tradition der Arbeiterbewegung; die Nazis hatten es deshalb lange recht schwer. Mit der Machtübernahme im Jahr 1938 aber änderte sich vieles recht schnell, vor allem für politische Gegner und viele jüdische Kurgäste und Einwohner. Mit Rundgängen in Bad Ischl erfuhr die Gruppe von der Verfolgung und Vertreibung auch prominenter Jüdinnen und Juden und von der Existenz einer weit verzweigten Widerstandsgruppe, die vor allem seit 1943 Geflüchtete und Wehrmachtsdeserteure schützte und versorgte. Von besonderer Bedeutung waren dabei Frauen, die unter großer Gefahr Nachrichten und vor allem Lebensmittel in die Verstecke in den Bergen brachten. Mit dem besonderen Projekt „Stecknadeln der Erinnerung“ weist Bad Ischl auf diese Frauen und Männer hin (www.bad-ischl.ooe.gv.at/Stecknadeln_der_Erinnerung).

Besucht hat die VVN-BdA-Gruppe auch das große KZ-Außenlager Ebensee, das zum Lagerkomplex Mauthausen gehörte; Zehntausende von Häftlingen wurden hier unter schlimmsten Bedingungen zur Rüstungsarbeit in Bergstollen gezwungen; über 8000 von ihnen starben dabei.

Den Abschluss bildete eine Wanderung, die nochmals die Bedeutung der Verstecke für Nazigegner in den Bergen verdeutlichte.

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