Gedenkfeier Surberg 2021 digital

2. Mai 2021

Die Ansprache 2021 hielt Heidi Delbeck (Foto D. Lebert)

Die aktuelle Corona-Situation erlaubte leider auch dieses Jahr kein öffentliches Gedenken auf dem KZ-Friedhof in Surtal, das ursprünglich für Sonntag, 2. Mai, geplant war.

Deshalb gibt es die Gedenkveranstaltung als Video unter https://surberg-gedenken-2021.de.

Das Grußwort der Gemeinde Surberg überbrachte der 1. Bürgermeister Michael Wimmer. Die Ansprache hielt heuer Heidi Delbeck, die über das Leben ihres Vaters berichtet, der als Widerstandskämpfer gegen das Naziregime zum Tode verurteilt wurde und wie durch ein Wunder überleben konnte. Umrahmt wird die Feier durch eine Lesung der Schülerin Helena Röckenwagner sowie musikalisch durch Pit Holzapfel.

Video ab 2. Mai 2021 unter https://surberg-gedenken-2021.de.

Bundesorganisation der VVN-BdA wieder gemeinnützig

29. April 2021

Ein großer Erfolg für die VVN-BdA: Das Berliner Finanzamt hat der Bundesorganisation die Gemeinnützigkeit wieder zuerkannt. Die vielen Bemühungen, vor allem auch die große Solidarität von Initiativen, Parteien, Gewerkschaften und Einzelpersonen haben sich also gelohnt. Engagiert haben sich gerade auch ehem. Naziverfolgte wie Esther Bejarano, Überlebende des KZ Auschwitz, oder in Bayern der Überlebende von Theresienstadt, Ernst Grube. Sie alle beharrten darauf: Antifaschismus ist und bleibt gemeinnützig!

Weitere Infos siehe

Ostermarsch für den Frieden heuer nur virtuell

30. März 2021

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation kann der Ostermarsch auch heuer nicht wie gewohnt durchgeführt werden. Als Alternative gibt es unter der Youtube-Adresse fffutu.re/Ostermarsch-TS  am Samstag, 3. April, ab 10 Uhr ein spannendes Streaming-Programm mit engagierten Reden und Musikbeiträgen von Christoph Weiherer sowie einem Grußwort von Konstantin Wecker.
Der Ostermarsch wird jedoch nachgeholt und findet dann am 19. Juni statt. Aufruf zum Ostermarsch und weitere Infos unter https://friedensinitiativettt.wordpress.com/

Vor 75 Jahren, März 1946 – Große Hoffnungen der Überlebenden des Nazi-Terrors in Bayern

6. März 2021

Der März 1946 war ein wichtiger Monat für all die Menschen, die Gefängnisse, Zuchthäuser und Konzentrationslager der Nazis überlebt hatten:

Im überfüllten Münchner Zirkus Krone hatten sich Verfolgte und Angehörige von Opfern am 10. März zu einer „antifaschistischen Kundgebung“ am „Tag der Opfer des Faschismus“ zusammengefunden. Redner der Parteien SPD, KPD, CSU und der „rassisch Verfolgten“, der Gewerkschaften, Ministerpräsident Högner und der Münchner Oberbürgermeister Scharnagl zeigten sich entschlossen zum Aufbau eines neuen, freien, gerechten und friedlichen Deutschland.

Weiter gab es in diesem Monat

> das lang erwartete „Gesetz gegen Nationalsozialismus und Militarismus“, das sog. „Säuberunggsgesetz“,

> das „Gesetz Nr. 14 – Gegen Rassenwahn und Völkerhaß“,

> die 1. Sitzung des Vorbereitenden Verfassungsausschusses für eine neue Bayerische Verfassung.

Weiterlesen unterPM-VVN-BdA-Mue-3.3.2021Herunterladen

Gedenken der Traunsteiner VVN-BdA zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz

30. Januar 2021

Am Mittwoch, 27. Januar, jährte sich zum 76. mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Soldaten. Sie fanden damals nur noch wenige Überlebende vor.

Dieser 27. Januar wurde 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. Die VVN-BdA nahm diesen Tag zum Anlass, an alle Opfergruppen mit einer stillen Mahnwache am Stadtplatz in Traunstein zu erinnern: Dem Terror der Nazis fielen Juden, Sinti und Roma, ZwangsarbeiterInnen, Homosexuelle, Behinderte und Kranke, Kriegsgefangene, politische Gegner, als „Asozial“ Verfolgte, Verurteilte der Militärjustiz und Zivilisten der besetzten Länder zum Opfer. Ins Gedenken eingeschlossen wurden auch das erste Opfer der Nazis in Traunstein, der damalige KPD-Stadtrat Hans Braxenthaler, die neun Angehörigen der jüdischen Familie Holzer, die im Holocaust ermordet wurden, der 1943 in Stadelheim hingerichtete damalige Leiter des Wirtschaftsamtes, Karl Biack, sowie die über 60 Ermordeten des Todesmarsches nach Surberg Anfang Mai 1945.

Mit dem Transparent „Menschlichkeit statt Rassismus“ erinnerten VVN-Mitglieder auch an die Verpflichtung für heute. Dazu gehört das konsequente Vorgehen gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus. Darüber hinaus forderten VVN-Mitglieder auf Schildern auch die sofortige Aufnahme von Geflüchteten, die unter unmenschlichen Bedingungen in bosnisch-kroatischen Lagern oder auf der Insel Lesbos untergebracht sind. (F.M., Foto: D. Lebert)

Appell an Regierung: Geflüchtete jetzt in Bayern aufnehmen

9. Januar 2021

In einem Appell zum Jahresbeginn wendet sich der Landesverband Bayern der VVN-BdA an die Bayerische Regierung und die politisch Verantwortlichen und fordert ein deutlicheres Engagement für Flüchtlinge auf der Insel Lesbos. Gerade jetzt im Winter sind die Zustände in den dortigen Lagern menschenunwürdig. Bayern solle sich beim Bund für die Aufnahme von mehr Geflüchteten stark machen. Gleichzeitig wird ein sofortiger Stopp der Abschiebungen in ungesicherte „Heimatländer“ gefordert.

Wortlaut der Presseerklärung siehe

Karl Biack (1900 – 1944) – Opfer des Nationalsozialismus

17. Dezember 2020

Der Salzburger Jurist Dr. Karl Biack wurde 1943 als Leiter des Wirtschaftsamtes Traunstein eingesetzt, im März 1944 an seinem Arbeitsplatz verhaftet, als Gegner des NS-Staates vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und im November 1944 im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

Heinz Biack, Sohn von Dr. Karl Biack, hielt im Mai 2019 die Ansprache bei der Gedenkfeier der VVN-BdA Traunstein im KZ-Friedhof Surtal. Die damals vorgetragene Lebensgeschichte seines Vaters hat Heinz Biack aufgrund neuer Dokumente für diese Darstellung um einige Aspekte erweitert.

Nein zum Krieg der Nazis aus christlicher Überzeugung

7. Oktober 2020

Ein Besuch im österreichischen St. Radegund nahe Tittmoning, der Heimat des Kriegsverweigerers Franz Jägerstätter (1907-1943)

Mitglieder der Traunsteiner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen hatten sich Anfang Oktober auf den Weg gemacht, um mehr über das Leben dieses engagierten Christen zu erfahren, der den Krieg der Nazis nicht mitmachen wollte und dafür mit dem Leben bezahlte.

Franz Jägerstätter (F: Erna Putz)

Weiterlesen unter

Lagergemeinschaft Dachau mahnt angesichts des Flüchtlingselends: Erinnern und Handeln !

17. September 2020

In einer Erklärung fordert die Lagergemeinschaft Dachau e.V. angesichts der katastrophalen Situation im Lager Moria in Griechenland die unverzügliche Aufnahme von Tausenden von Geflüchteten in Deutschland. Das gebiete die Erinnerung an den Nationalsozialismus. In der Erklärung heißt es ua.:

Nie wieder!
Nie wieder sollen Menschen daran gehindert werden, Schutz und Sicherheit zu erlangen.
Nie wieder sollen sie in Elend, Terror und in Krieg abgeschoben, zurückgedrängt werden.
Schutz und Sicherheit, persönliche Entfaltung, das Recht, „Rechte zu haben“, wie es die vor den Nazis
geflohene jüdische Philosophin Hannah Arendt postuliert hat, sollen Geltung haben
.

Zum Wortlaut der Erklärung siehe

NS-Verfolgter Salec Beldengruen verstorben

1. September 2020

Auf einen Todesmarsch getrieben – in Waging befreit

Salec Beldengruen (Foto F.M)

Ende August 2020 verstarb in seinem Wohnort nahe Tel Aviv mit 92 Jahren der jüdische NS-Verfolgte Salec Beldengruen, der den Todesmarsch von KZ-Häftlingen kurz vor Kriegsende 1945 durch den Landkreis Traunstein mitmachen musste und in Waging befreit wurde. Er ist später immer wieder nach Waging zurückgekommen und hat auch mehrmals an den Gedenkfeiern der VVN-BdA im KZ-Friedhof Surberg teilgenommen; 2009 hielt er dort eine bewegende Ansprache (nachzulesen in „Gedenkfeiern gegen das Vergessen. Der KZ-Friedhof in Surberg, Waging, Liliom-Verlag 2015).

Genaueres zur Lebensgeschichte siehe

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